Nadelepilation / Elektroepilation

Die Elektroepilation (auch Nadelepilation, Sondenepilation genannt) gehört zu den ältesten Epilationstechniken der dauerhaften Haarentfernung.

Bereits im Jahr 1869 verwendete Dr. Charles E. Michel, ein amerikanischer Augenarzt, einen batteriebetrieben Nadelepilierer zur Entfernung von eingewachsenen Wimpern. Der Einsatz von galvanischem Strom (Gleichstrom) verursachte die Bildung einer Natronlauge im Haarfollikel und führte zur Schädigung des Follikels. Diese Methode wurde als Elektrolyse (Nadelepilation) bezeichnet.

Im Jahr 1924 wurde eine schnellere Methode der Haarentfernung auf den Markt gebracht – die Thermolyse. Hierbei kam hochfrequenter Wechselstrom zum Einsatz, der eine thermische Schädigung der Wachstumszellen im Haarfollikel verursachte. Mit diesem Verfahren war es erstmals möglich große Flächen in einer akzeptablen Zeit zu behandeln.

Mehr als ein Jahrzehnt später patentierten Artur R. Hinkel und Henri St. Pierre in den USA ihr neues Epilationsgerät. Mit diesem Gerät konnten die Vorteile beider Methoden vereint werden. Wie bei der Elektrolyse wurde galvanischer Strom eingesetzt, um eine chemische Reaktion im Follikel auszulösen. Der hochfrequente Wechselstrom diente zur Beschleunigung der chemischen Zerstörung. Die Blend-Methode war erfunden.

Durch stetige technische Weiterentwicklungen wurden die Epiliergeräte kleiner und einfacher in der Bedienung. Heute sind die Behandlungen effektiver und gleichzeitig schonender denn je.

Elektrolyse: Bei der Elektrolyse wird Gleichstrom eingesetzt. Im Follikel wird durch eine chemische Reaktion eine Lauge gebildet. Die Natronlauge zerstört die Haarwurzel. Die reine Elektrolyse wird in Deutschland kaum noch angewandt, da die Sonde bei dieser Methode einige Minuten im Follikel verbleiben muss, um die Haarwurzel dauerhaft zu schädigen.

Thermolyse: Bei der Thermolyse wird durch hochfrequenten Wechselstrom an der Sonde Wärme erzeugt. Die Hitze zerstört die Wachstumszellen im Follikel.

Blend-Methode: Aus der Kombination der Elektrolyse mit der Thermolyse, entstand die Blend-Methode. Der Wechselstrom der Thermolyse beschleunigt die Natronlaugenbildung.

Welche Methode der Nadelepilation verwende ich?

In meiner Praxis für Nadelepilation bzw. Elektroepilation arbeite ich ausschließlich mit der Methode der Thermolyse.

Bei der Epilation (Nadelepilation) wird jedes Haar individuell behandelt, was detailgenaues Arbeiten erfordert. Entlang des Haares wird eine haarfeine Sonde* in den Haarkanal bis zur Haarwurzel eingeführt und an der Spitze der Sonde ein oder mehrere Impulse von Hochfrequenzstrom appliziert. Die Impulsstärke wird individuell an das Haar und den Hautzustand angepasst, die Impulsdauer ist bei der Thermolyse jedoch sehr kurz und liegt bei ca. 1 Sekunde. Durch die hohe Frequenz werden die Wachstumszellen des Haars in starke Schwingungen versetzt. Diese Schwingungen erzeugen Wärme und führen zur Koagulation der Haarwurzel und des haarbildenden Gewebes. Das einzelne Haar kann danach ohne jeden Widerstand mit einer Pinzette herausgenommen werden. Eine Regeneration der Wachstumszellen ist danach unmöglich.

* In meiner Praxis werden bei jeder Nadelepilation Behandlung ausschließlich sterile Einwegsonden verwendet.